Der Balanceakt

Fredi Scheitlin ist an Darmkrebs erkrankt. Er hat Ableger in der Lunge und im Hirn. Trotzdem lebt der pensionierte Architekt in seiner eigenen Wohnung, unterstützt von einer Privatspitex und Onko Plus.

Im Video-Interview erzählt Fredi Scheitlin, wie er mit seiner unheilbaren Krankheit lebt. In der ersten Folge geht es um den «Balanceakt», den Tag mit möglichst wenig Schmerzen zu überstehen und ihn trotzdem mit Inhalt zu füllen. Der pensionierte Architekt ist ein kreativer Kopf, der unter anderem zum Zeitvertrieb skizziert und zeichnet. Bewegung an der frischen Luft ist ihm ebenfalls wichtig. Zwar kann der ehemalige Rennvelofahrer und Modellflugzeug-Flieger keine grossen Sprünge mehr machen. Den täglichen Gang zum Briefkasten oder den Einkauf lässt er sich aber trotz Privatpflege nicht nehmen. Ein Rollator gibt ihm während seiner kleinen Rundgänge Sicherheit.

Der 71-Jährige ist gleich an zwei Krebsarten erkrankt: Zuerst hatte er ein Sarkom in der Brust und musste eine Brust sowie eine Rippe entfernen lassen. Dann entdeckte man auch noch einen Darmkrebs. Inzwischen hat er  Ableger davon in der Lunge sowie im Hirn, die man nicht mehr entfernen kann. Nach mehreren Aufenthalten im Spital und im Pflegeheim lebt er immer noch in der eigenen, modernen Wohnung am Stadtrand von Zürich.

Man sieht Scheitlin die Krankheit nicht an. Er selber sagt: «Ich bin ein Blender.» Er habe eine gesunde Farbe, weil er viel an der Sonne sei, doch im Innern sehe es anders aus. Er hat täglich Schmerzen und muss starke Medikamente dagegen nehmen. Jammern mag er trotzdem nicht, sondern freut sich an den kleinen Dingen. Das könne eine schöne Blume sein oder etwas Interessantes, das er gelesen hat. «Am meisten Freude habe ich aber, dass ich noch so gut zwäg bin.»

Fortsetzung folgt: Fredi Scheitlin erzählt in mehreren Video-Interviews von seinem Leben.

 

 

 

 

2018-02-12T22:05:28+00:00 12.04.17|