Zu Hause sein

Fredi Scheitlin ist schwer krank, lebt aber trotzdem in seiner eigenen Wohnung. Unterstützt wird er von einer Privatpflegerin und Onko Plus. Zu Hause wohnen ist für ihn eine Selbstverständlichkeit. «Das ist der Wunsch jedes Patienten.»

Im dritten Video-Interview erzählt Fredi Scheitlin von seinen «fünf, vielleicht sechs» Spital- und Rehaaufenthalten und welche Vorteile es ihm bringt, zu Hause zu leben. «In die eigenen vier Wände zurückzukehren ist natürlich und wohl der Wunsch jedes Patienten.»

Dank einer Privatpflegerin muss der 71-Jährige nicht in ein Pflegeheim, wofür er sich noch zu jung, zu aktiv und interessiert hält. Finanziell käme ihm der Aufenthalt in einer Langzeitpflegeeinrichtung etwa gleich teuer. Er ist froh, dass seine «Gesellschafterin», wie er sie nennt, für ihn kocht, aufräumt und putzt. Er selbst wäre dafür inzwischen zu müde. Keine Mühe macht es ihm aber, Besuch zu empfangen und diesen etwa mit einem Kaffee zu bewirten. Die Anwesenheit der Gesellschafterin bietet ihm zudem Sicherheit. Zwar braucht er noch keine Körperpflege, aber das könne ja mal ändern, sagt er. Auf diese Situation sei er nun vorbereitet.

Scheitlin hat kein Problem damit, Hilfe anzunehmen.

Der ehemalige Architekt ist gleich an zwei Krebsarten erkrankt: Zuerst hatte er ein Sarkom in der Brust und musste eine Brust sowie eine Rippe entfernen lassen. Dann entdeckte man auch noch einen Darmkrebs. Inzwischen hat er Ableger davon in der Lunge sowie im Hirn, die man nicht mehr entfernen kann. Nach mehreren Aufenthalten im Spital und im Pflegeheim lebt er immer noch in der eigenen, modernen Wohnung am Stadtrand von Zürich.

In der ersten Folge ging es um den «Balanceakt», den Tag mit möglichst wenig Schmerzen zu überstehen und ihn trotzdem mit Inhalt zu füllen. Der pensionierte Architekt ist ein kreativer Kopf, der unter anderem zum Zeitvertrieb skizziert und zeichnet. Bewegung an der frischen Luft ist ihm ebenfalls wichtig. Zwar kann der ehemalige Rennvelofahrer und Modellflugzeug-Flieger keine grossen Sprünge mehr machen. Den täglichen Gang zum Briefkasten oder den Einkauf lässt er sich aber trotz Privatpflege nicht nehmen. Ein Rollator gibt ihm während seiner kleinen Rundgänge Sicherheit.

In der zweiten Folge berichtete Scheitlin, der total zufrieden wirkt, davon, was ihm jeden Tag die Kraft gibt, aufzustehen und weiterzumachen. Er lebe einfach mit der Realität, sagt er lapidar, und er könne sich an kleinen Dingen wie einer schönen Blume erfreuen, die er auf seinem täglichen Spaziergang sieht. Lebensqualität bedeutet für ihn, selber noch zu funktionieren und zu agieren. Wichtig ist ihm, noch klar denken und zu können. «Auch wenn ich alles relativ schnell wieder vergesse.»

Fortsetzung folgt: Fredi Scheitlin erzählt in mehreren Video-Interviews aus seinem Leben.

2018-02-12T22:06:05+00:00 08.06.17|